Wie die Pfadfinder das Licht nach Koblenz holten.
In der Weihnachtszeit brennt in vielen Haushalten eine kleine Kerze, das Licht dieser Kerze hat einen weiten Weg zurückgelegt. Es wurde von einem Kind in den Wochen vor Weihnachten in Bethlehem in der Geburtsgrotte entzündet.
Von dort aus wird dieses Licht von Pfadfindern in einer explosionssicheren Lampe nach Österreich geflogen.
Seit vielen Jahren nehmen auch Pfadfinder aus Koblenz an der Aktion teil und so haben wir uns am Donnerstag vor dem zweiten Advent auf den Weg nach Linz gemacht, um das Licht von dort aus nach Koblenz zu bringen.
Los ging es am Donnerstag früh morgens in der Kirche St. Georg in Urmitz mit einem Pilgersegen von Pfarrer Thomas Gerber für unsere Delegation: Silvia und Philipp von der DPSG Urmitz, Karl-Hermann vom Stamm Kaltenengers sowie Christopher, Max und Fuchs von den Maifeld-Scouts.
Als Nachtlager werden für alle Pfadfinder Turnhallen bereitgestellt, wir haben uns allerdings für eine Ferienwohnung entschieden und haben abends noch einen netten Gasthof gefunden.
Am Freitag hieß es dann: Linz erkunden, auf eigene Faust und zusammen mit anderen Pfadfindern und einer Stadtführung. Etwas enttäuschend war der “Internationale Abend”: Lediglich Deutsche und vereinzelte Österreicher trafen dort zusammen.
Das änderte sich aber am Samstag.
Delegationen aus 20 Ländern aus Europa und Amerika haben das Friedenslicht in einem Aussendungsgottesdienst im Linzer Dom in Empfang genommen. Das national übergreifende Weitergeben und Kennenlernen nach dem Gottesdienst ist einmalig.
Anscheinend hieß es für uns, achtsam zu sein und aufzupassen, dass die Flammen während der nächtlichen Rückfahrt nicht ausgehen.
So konnte das Licht als Zeichen des Friedens in einem interreligiösen Gottesdienst in der City-Kirche Koblenz weitergegeben werden, gefolgt von weiteren Aussendungsfeiern wie z. B. in der Stiftskirche Münstermaifeld, welche in besonderem Licht erstrahlte.
Die Aktion Friedenslicht geht auf die Initiative „Licht ins Dunkel“ des Österreichischen Rundfunks (ORF) aus dem Jahre 1986 zurück. Seit diesem Jahr entzündet ein Kind aus Österreich in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem das Friedenslicht. In Wien oder Linz wird dann diese kleine Flamme der Hoffnung am Samstag vor dem 3. Advent in einer ökumenischen Aussendungsfeier an viele Pfadfinderinnen und Pfadfinder weitergegeben. Diese tragen das Licht von dort aus weiter – nach Europa und darüber hinaus in viele Länder der Welt.
Das Friedenslicht ist Zeichen für Freundschaft, Gemeinschaft und Verständigung aller Menschen. Dies ist auch gerade an den Orten wichtig, wo Jesus einst lebte und wirkte. Heute ist der Nahe Osten leider noch immer ein Ort voller Konflikte. Als Pfadfinderinnen und Pfadfinder glauben wir daran, dass Frieden möglich ist. Wir setzen uns für ein friedliches Miteinander aller Menschen ein.
Seit 1993 bringen Pfadfinderinnen und Pfadfinder das Friedenslicht auch nach Deutschland. Viele Pfadfinderverbände arbeiten in dieser Aktion zusammen; denn: „Nur gemeinsam sind wir stark“.
Von Hermann und Fuchs



















